11.02.21

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© Privatfoto

Es ist 27 Jahre her. Die "ZEIT" berichtete 1994 umfangreich über die Geschichte zwischen "David und Goliath". Es ging um den freundlichen Mann mit Brille und Stirnglatze, der es wagte, einem der mächtigsten Getränkekonzerne zu widersprechen. Er wollte nur schlicht das Erbe seiner Vorfahren vor den "Räubern" retten: Christian Wolf gegen Brau und Brunnen AG.

Auch wenn Christian Wolf das damals weder dachte, noch sich vorstellen konnte: diese mühsame und langwierige Auseinandersetzung endete schließlich doch mit dem Verkauf der Brauerei und der Gründung der Stiftung.

Die Geschichte beginnt eigentlich am 18. März 1436. Damals verliehen die Herren zu Auerbach einem Wernesgrüner das Recht zum Brauen und Schenken. 1774 kaufte die Familie Männel Ländereien am linken Ufer des Wernesbachs. Das Wernesgrüner Bier wurde bald als "Vogtland Champagner" in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt.

Erste Wernesgrüner Aktienbrauerei

1945 wurde die Nachbar-Brauerei in Wernesgrün "Grenzquell" der Familien Günnel über Nacht enteignet und ein Volkseigener Betrieb (VEB) daraus. 1972 holte sich der DDR-Staat auch noch die Brauerei Männel und fusionierte beide Betriebe zur VEB Exportbierbrauerei Wernesgrün.

"Wernesgrüner-Pils" gehörte fortan zu einer der begehrtesten Getränkemarke auf dem DDR-Inlandsmarkt und nach der Wende zu einem internationalen Image-Angebot im Katalog der Treuhandanstalt.

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1991 wurden den Alteigentümern schließlich 51 Prozent an der Wernesgrüner AG zugestanden, da inzwischen große Summen in die Modernisierung geflossen waren. Christian Wolf zog als Vorstandsmitglied nach Wernesgrün.

Nachdem die Treuhandgesellschaft es den Alteigentümern nicht zutraute, dass sie das Geld für die 49 Prozent auftreiben könnte, schrieb sie das Unternehmen zum Verkauf aus. Westkonzerne ließen sich nicht zweimal bitten. Brau und Brunnen machte das lukrativste Angebot.


Doch "David" kämpfte weiter gegen "Goliath". Er wusste, dass es den Großbrauereien nur um die Marke und gleichzeitig Marktbereinigung ging. Die Zitterpartie hielt Monate an. Schließlich gelang es, ein Konsortium westdeutscher Banken für eine Beteiligung zu gewinnen. Der Deal zur Rettung der mittelständischen und sächsischen Lösung gelang.

© Luftbild Wernesgrüner Brauerei AG WIKIPEDIA

Im Jahr 2002 wurde die Wernesgrüner AG an die Privatbrauerei Bitburger Braugruppe verkauft, die die Weiterführung und den Ausbau des Standorts garantierte.

Ein großer Teil des Erlöses bildete die Grundlage zur Gründung der Männel-Wolf Stiftung.