03.04.20

Moldawien, das Armenhaus Europas

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Flagge Republik Moldau

In keinem anderen Land Europas ist die Armut so groß wie in Moldawien. Auf dem Land liegt das Einkommen bei gerade einmal 160 Franken pro Monat. Schätzungsweise 80 % der Moldawier sind arbeitslos. 60 % haben ein ernsthaftes Problem mit Alkohol. 40 % der erwerbstätigen Generation lebt inzwischen im Ausland. Dabei war Moldawien bis zu seiner Unabhängigkeit Anfang der 1990er Jahre eine der wohlhabendsten Sowjetrepubliken und ein christlich orthodox geprägtes Land.

Moldawien ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Er grenzt im Westen an Rumänien. Im Norden, Osten und Süden wird Moldawien von der Ukraine umschlossen. Politisch besteht Moldawien aus drei Landesteilen: der selbsternannten Republik Transnistrien, dem autonomen Gebiet der Gagausen und dem restlichen Staatsgebiet. Eine Besonderheit sind die vielen ethnischen und sprachlichen Minderheiten.

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Moldawien

Im April 2019 erhielt die Stiftung den Hilferuf von den Brüdergemeinden aus Moldau. Einem der Gäste aus Baden-Württemberg war bei einem Gottesdienstbesuch dort aufgefallen, dass die Teilnehmer von handgeschriebenen Blättern abgesungen haben. Auf seine Nachfrage sagte der Prediger, dass die Liederbücher zwar schon für den Druck vorbereitet seien, aber das teuere Dünndruckpapier noch nicht beschafft werden könne, es müsse noch weiter dafür gesammelt werden.

Die Männel-Wolf Stiftung entschloss sich daher, mitzuhelfen, dass eine entsprechende Auflage an Liederbüchern für das gesamte Land Moldawien ermöglicht wurde.

Die Liederbücher sind inzwischen fertiggestellt und in ganz Moldawien verteilt. Dankbare Mails haben uns erreicht. Die Bücher haben einen besonders schönen Titel: "Razele cerului". Das heißt: "Strahlen des Himmels". 

 

Moldawien ist ein kleines Land; halb so groß wie Österreich. Es ist außerdem das am wenigsten besuchte Land Europas. Dabei ist es mit seiner unberührten Natur, den schmucken, farbenfrohen Bauernhäusern, den vielen Klöstern und seiner manchmal bizarren Kultur geradezu faszinierend und für Touristen, die das Besondere suchen, abseits vom Massentourismus - einzigartig.

Das heutige Staatsgebilde ist 1991 aus der zerfallenden Sowjetunion entstanden. Deshalb spielen kommunistische Parteien immer noch eine (wenn auch abnehmende) Rolle. Aufgrund enger historischer Beziehungen sprechen die meisten Einwohner rumänisch. Seit Ende des 18. Jahrhunderts stand die Region abwechselnd unter russischem und rumänischem Einfluss, war aber niemals territorial selbständig.

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Kloster Condrita

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Typische Landschaft in Moldawien

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Kloster Orheiul Vechi